Cursus Continuus Ausgabe B, Buch 1, Lektion 13: Kein Glück im Kaiserhaus

(1)
Dem Kaiser Augustus, der nach den vielen Kriegen dem römischen Volk Frieden gab, war Fortuna nicht immer und überall gewogen. Von den Frauen, die er heiratete, hatte er keinen Sohn, obwohl er sich nichts mehr wünschte. Aber die Enkel, die er sehr liebte, verlor er beide, Gaius Cäsar in Asien, Lucius Cäsar in Marseille. Später adoptierte er Agrippa Postumus und Tiberius. Von diesen verstieß er bald Agrippa, dessen Art sehr rauh war. Diesen brachte er später auf eine kleine Insel, wo dieser ein schlechtes Leben lebte.
(2)
Augustus zog seine Tochter Julia mit großer Sorgfalt auf. Diese gab er dem ersten Sohn seiner Schwester, darauf, sobald dieser starb, seinem Freund Marcus Agrippa zur Frau. Mit diesem lebte sie einige Jahre und gebar 2 Töchter und 3 Söhne - Gaius Cäsar, Lucius Cäsar und Agrippa Postumus, von denen wir schon erzählten. Nachdem auch Marcus Agrippa gestorben war, gab Augustus Julia Tiberius zur Frau, obwohl diese ihm nicht liebte. Bald verließ Tiberius sie und suchte die Insel Rhodus auf; darauf lebte Julia ein Leben in Freude mit ihren Freunden, denn da war sie frei. Aber Augustus gefielen ihre Sitten nicht; deshalb brachte er diese auch auf eine kleine Insel. Obwohl ihn das römische Volk und die Senatoren immer wieder für sie baten, verzieh er ihr nicht, und immer wenn er über sie und ihre Tochter Julia erzählte, pflegte er sie seine "Krebsgeschwüre" zu nennen.